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Ralf Steinkopff

Der Funktionale Kontextualismus, CBS und RFT


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Die Dritte Welle der Verhaltenstherapie


Dementsprechend lassen sich die Wirkungsweisen der EP auch weitgehend in dieser Doppelstruktur erklären. Im energetischen Erklärungsmuster der TCM, die Störungen als Blockaden auf den Energiebahnen (Meridianen) sieht, können diese durch gezielte Stimulierung (hier: klopfen, massieren, halten) behoben werden.

Im neurologischen Erklärungsmuster wird die Beobachtung durch die funktionelle Bildgebung genutzt, dass bei der gedanklichen Fokussierung auf ein belastendes und stressauslösendes Thema (ein Trauma, ein Schmerz, ein schwerwiegendes persönliches Problem, ein belastendes Gefühl wie Angst etc.) die neurologische Hirnaktivität stark eingeschränkt und einseitig fokussiert ist (normalerweise entstehen bei Gedanken weite Netze aus neurologischen Erregungsmustern). Durch die Stimulierung der Akupunkturpunkte, die neurologisch mit verschiedenen Regionen im Gehirn verbunden sind, wird diese starke und einseitige Konzentration neuronaler Erregung aufgehoben und eine gute Aktivierung der gesamten Großhirnrinde erreicht, was dann die beobachteten, sehr schnellen Lösungen der Belastungen und Blockaden erklärt.


Welche Ansätze gibt es?

Erstmalig entwickelt wurde dieser Ansatz in Grundzügen von Roger Callahan mit seiner Thought Field Therapy (TFT). Er hat im direkten Kontakt verschiedene Schüler ausgebildet, die den Ansatz weiter entwickelt haben.

In Deutschland sind dabei am weitesten verbreitet die Emotional Freedom Technique (EFT) nach Gary Craig (und deren Abwandlungen wie MET) und die Advanced Energy Psychology bzw.
Energy Diagnostic and Treatment Methods (EDxTM) nach Fred Gallo.

Der wesentliche Unterschied beider Methoden liegt darin begründet, dass Gary Craig auf den sogenannten Muskeltest (auch Energy Check genannt) verzichtet, und dadurch ein einfaches Instrumentarium geschaffen hat, das sich auch hervorragend zur Selbsthilfe eignet, während Fred Gallo mithilfe des Muskeltests eine dezidierte energetische Diagnostik und damit erheblich zielgenaueres Arbeiten ermöglicht. Beide Ansätze haben sich in der Folge fortentwickelt und gegenseitig gewinnbringend befruchtet. In der Arbeit mit Klienten lassen sie sich zudem gut miteinander kombinieren.

Es gibt darüber hinaus eine große Vielfalt von Weiterentwicklungen wie EPI, TAT, HAT, HeartMath, REMAP, Logosynthese, BSFF, AIT (ehemals Seemorg Matrix), HBLU, Emotrance und viele andere mehr.

Hervorgehoben werden soll hier das
Quick REMAP. Es ist ein einfaches und elegantes Verfahren, das besondere Vorzüge hat: es beruht auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, es erklärt sich neurologisch unter Verzicht auf den Energiebegriff (Steve Reed hat den Ansatz im konservativen Texas entwickelt, wo der Rekurs auf Energie als zu esoterisch abgelehnt würde), es ist ausgesprochen effektiv und sehr prozessorientiert.

Ein ähnlicher Ansatz wird vom Eye Movement Desensization and Reprocessing (EMDR) verfolgt, den man inzwischen auch zur Energetischen Psychologie zurechnet. Beim EMDR wird ebenfalls auf ein Problem fokussiert, und dann eine wechselseitige Stimulierung der beiden Hirnhemisphären durchgeführt (durch entsprechende Augenbewegungen wie bei der der Erinnerungsverarbeitung in der Rapid Eye Movement Phase während des Träumens, durch wechselseitige akustische oder taktile Stimulierung etc.), die auch wieder die einseitige Konzentration der Hirnaktivität auflöst.


Was meint Energetische Psychologie Integriert?

Hier wird der Akzent neben erweiterten Interventionen vor allem auf die Integration der verschiedenen Ansätze innerhalb der Energetischen Psychologie und der Auffächerung strategischer Wahlmöglichkeiten gelegt.

Es geht um ein tieferes Verständnis davon, warum bestimmte Methoden gerade wirkungsvoller sind als andere, und wie die Wahrscheinlichkeit von dauerhaften Veränderungen deutlich erhöht werden kann. Mit anderen Worten: Es geht weniger um das Handwerk der „guten und richtigen“ Anwendung von Techniken, Protokollen etc. als vielmehr um die Kunst, aus einem reichen Schatz von energetischen Interventionsmöglichkeiten diejenigen herauszusuchen und auch zuzuschneidern, die gerade gut in den therapeutischen oder beraterischen Veränderungsprozess und dessen strategischen Ziele passen.

Gute handwerkliche Techniken werden hochgradig und dauerhaft wirkungsvoll, wenn sie in die Kunst der Gestaltung des Veränderungsprozesses auf der Basis einer vertrauensvollen Beziehung integriert werden.

Eine häufige Frage von Klienten (und auch von Seminarteilnehmern) ist, was erreichte Veränderungen dauerhaft macht. Wie kann ich den in der Sitzung erreichten Fortschritt auf Dauer sichern? Die neurologischen Grundlagen der Dauer von Veränderungen werden erklärt und in speziellen Anwendungen und im Aufbau der Beziehung genutzt.